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Ein bisschen transgender ... (Kolumne zum Monatsende)

Moin moin, ihr Lieben, ^^

das ist es wieder das Ende des Monats - und zum einen stehe ich thematisch wieder vor der Qual der Wahl und zum anderen gibt es da schon ein Thema, das mich sowohl schon länger als auch aktuell beschäftigt. Denn heute soll's um die Abweichung von der klassischen Geschlechterrolle gehen - oder viel mehr um die Abweichung von dem klassischen Geschlecht. ^^

Er ist eine Sie und umgekehrt

Es ist unter Schriftstellerinnen und Schriftstellern nichts Ungewöhnliches hin und wieder aus der Sicht des anderen Geschlechts zu schreiben. Das gelingt mal authentischer und mal weniger erfolgreich, doch es gehört schlicht und ergreifend dazu, wenn eine Geschichte die nötige Vielfalt erhalten soll.

 

Aber warum beehre ich euch heut mit so einer Selbstverständlichkeit? ^.~

 

Wie bereits erwähnt, beschäftigt mich dieses Thema schon seit Längerem, und das erstmal aus rein praktischen Gründen. Wenn es um das kreative Schreiben geht, so schreibe ich - als Frau ^^ - auch ganz gern aus der maskulinen Perspektive. So ist der Hauptcharakter meines Debüt-Romans von Bitterweg der ziemlich stoische Kopfgeldjäger Aiden Wirket und auch meine samtpfötige Blog-Geschichte Tyrrin Hexenkater hat, wie der Name schon verrät, einen männlichen, wenn auch nicht in den menschlichen Stereotypen gefassten Protagonisten. (Auf Letzteres gehe ich gleich nochmal genauer ein. ^.~)

Warum ich gern in die andere Rolle schlüpfe ^^

Etwas, das mir am freien und besonders am phantastischen Schreiben so sehr gefällt, ist die Möglichkeit einfach mal eine neue Perspektive einzunehmen und das eine oder andere in ihr auszuprobieren, was im normalen Alltagsleben gern mal an dessen Grenzen stößt. Diese Grenzen können rein physikalischer Natur sein (also "Nix da!", sobald es um übernatürliche Phänomene geht ^^'). Aber sie können genauso gut von gesellschaftlichen Normen, Sitten und Gebräuchen abgesteckt worden sein. Doch wie heißt es so schön: Die Gedanken sind frei. Und so kann frau auch als unbescholtene und zumeist zurückhaltene Bürgerin mal fix in Gestalt des erwähnten Kopfgeldjägers in einer religiös geprägten Kleinstand eine Massenpanik auslösen. Ja, bei Gedankenspielen kann es ziemlich lustig zugehen. ^-^

 

Ein weiterer Vorteil an diesem gedanklichen "Spiel" ist im Übrigen auch, dass es eine sehr praktikable Variante ist, - zu mindest ist es das ein für mich - um sich über die klassischen Rollenbilder, die einem über Jahre so anerzogen wurden und werden, hinweg zusetzen. Ich für meinen Teil bin von Natur aus ein eher ruhiger und überlegter Mensch und ertappe mich bis heute immer mal wieder dabei mich hier und da ein bisschen zu sehr zurück zuhalten. Ein bisschen zu viel Perfektionismus hier, ein bisschen "Bringt das überhaupt was?" da. Doch zum Glück ist das alles etwas, das man mit ein paar Konfrontationen recht gut in den Griff bekommen kann. Einige dieser Konfrontationen - ihr ahnt es vielleicht schon - erprobe ich für mich ganz gerne übers Schreiben. ^^

 

Und nein, ihr brauch jetzt nicht glauben, dass ich mir dafür einen klaren Plan zurechtlege, von wegen er macht das und das und usw. - Fehlanzeige. Nicht selten (also grundsätzlich immer) entwickeln die Charaktere bei mir ein Eigenlieben, bei welchem ich meiner Phantasie freien Lauf lasse. Die eigentliche Handlung entsteht quasi situativ und aufgrund des mir verinnerlichten Bildes, dass ich mir zu den jeweiligen Charakteren zurecht gelegt habe. Wie genau das funktioniert ist schwer zusagen, aber ich denke, dass dieses Bild meist von irgendwelchen Beobachtungen (sowohl bewusst als auch unbewusst) herrührt und dass zudem eine gewissen Portion an Einfühlungsvermögen mit einfließt. Ob das Ergebnis - sprich der handelnde Charakter - nun der Realität entspricht und auch für andere, eben die Leserinnen und Leser nachvollziehbar wird, ist eine andere Sache. Im Moment des Schreibens ist mir das für gewöhnlich aber erstmal herzlich egal, weil ich Spaß daran habe diese Geschichte wirklich ein Stück weit zu erleben und verschiedene Situationen wie auch Perspektiven durchzuspielen. Bis es zur Veröffentlichung kommt - wenn überhaupt -, passieren ohnehin noch diverse andere Zwischenschritte. ^.~

Perspektiven über das Menschsein hinaus

In die Haut des anderen Geschlechts zu schlüpfen ist, wie bereits erörtet, also durchaus mal eine andere Erfahrung.^^ Aber es geht noch ein Stück abstrakter. Nur falls ihr euch auch mal so richtig von möglichst vielen Vorurteilen frei machen und so richtig viel Spielraum haben wollt. ^^

 

Zum Beispiel sind Tiere ein echt spannendes Mittel, um die fiktive Wahrnehmung mal in eine völlig unvoreingenommene Perspektive zu verlagern oder um unser Zusammenleben und Miteinander mit einem völlig anderen Weltverständnis nachzuvollziehen. Mein größtes Projekt in diesem Sinne ist zum Beispiel unser Hexenkater Tyrrin, der sich peu à peu in die Welt der Menschen (übrigens eine frei erfundene) hinein versteht, dabei aber immer wieder auf Ungereimtheiten verschiedenster Art stößt. Einige ergeben sich aus seinem Weltverständnis, andere aus real existenden Ungereimtheiten, die aber allgemein nicht so empfunden werden.

 

Aber natürlich geht dies auch wunderbar mit anderen Tieren, Tierwesen, geschlechtsneutralen Lebensformen oder auch Lebensmitteln. ^^ Ja, die Grenze des Möglichen legt im Prinzip nur ihr selbst und ganz alleine fest. Und es kann durchaus überraschend sein, sich mal in diese ungewohnte Rolle hineinzubegeben. ^.~

Es gibt verschiedene Varianten des Rollenwechselns

Natürlich gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten als das kreative Schreiben, in andere Rollen und Perstpektiven hinein zu schlüpfen. Genauso gut könnt ihr das machen, indem ihr entsprechende Geschichten lest, hört oder schaut. Ihr könnt sie, sei es analog oder digital, durchspielen - daher ja auch die Bezeichnung "Rollenspiel". Oder warum nicht auch mit eurem Lego-Baukasten oder eurem Barbie-Mobil - oder so? ^-^

 

Auch hier liegt es letztendlich bei euch, wie ihr - ich sage mal - das Medium eures Rollenwechels auswählt. Am besten ist es natürlich, wenn es euch damit gut geht und es euch Spaß macht. Außerdem hat es noch einen anderen Vorteil, der, wie ich finde, gerade in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzen ist. Durch den Wechsel in eine andere vielleicht sogar euch völlig entgegengesetze Perspektive, habt ihr die Möglichkeit diese vielleicht ein Stück nachzuvollziehen und die bis dato fremden Beweggründe zu verstehen. Und nein, verstehen bedeutet nicht, dass ihr damit automatisch der gleichen Meinung seid. Es bedeutet lediglich, dass ihr begreift, wie die eine oder andere Sicht der Dinge zustande kommen kann. Denn jede Rolle, die ihr bei einem solchen Spiel einnehmt, hat ihre Hintergründe und sich nicht ohne Grund zu diesem Punkt hinentwickelt. Wie gesagt, ich finde den Wechsel in andere Rollen unglaublich spannend. ^^

 

Aber jetzt genug von mir und meinem Marotten. Wie haltet ihr es mit der Reise in andere Perspektiven oder Rollen? Probiert ihr gerne mal etwas Neues aus? Oder habt ihr bestimmte Vorlieben, wenn ihr euch auf so etwas einlasst?

Schreibt eure Erfahrungen und Meinungen dazu gerne in einen Kommentar unter diesen Beitrag. ^.~

 

In diesem Sinne,

Eure Platti

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